Meine Biographie

Carlos Cachafeiro

Hier beginnt meine Geschichte.

1973: am 17.08. um 20:15 Uhr – zur besten Sendezeit…

1973 – Mein Jahr… UND das Jahr in dem KISS geboren wurde!

In jenen Tagen war Glam Rock angesagt und während mein Vater auf Bands wie Slade, Santana und The Sweet stand, tanzte meine Mutter lieber zu Discosongs von Abba, Bee Gees und Boney M.

Somit wurde der Sound der 70er zu meiner frühesten musikalischen Erinnerung.

Im Alter von vier Jahren zog mich die Rockband KISS in ihren Bann.

Die maskierten Comic-Rocker fesselten mich an den Bildschirm und ließen mich nie wieder los…

Dieses Erlebnis verdanke ich meiner Mutter, die mir auch meine erste LP “Destroyer“ schenkte.

Danke Mama!

In meiner Schwester Alicia (*1975) fand ich eine treue Verbündete und wir wurden echte Kiss-Fans!

In perfektem Make.up und selbstgenähten Outfits in Verbindung mit selbstgebastelten Kostümen rockten wir 1988 bei unserem ersten „Miniplayback“ Auftritt die Aula unserer Schule!

Vom Erfolg beflügelt wurde aus Spaß Ernst!

Der Commodore C-64 Computer wurde verscherbelt

und die erste echte Gitarre musste her:

Eine schwarze gebrauchte “Les Paul“-Kopie für 140,- DM!!!
(im Vergleich zu heute ein Vermögen!)

Noch keinen einzigen Akkord auf dem Kasten,
verbrachte ich die meiste Zeit damit coole Rockposen zu üben,
denn Unterricht konnte ich mir nicht leisten…

So ging es nicht weiter…

1989 stolperte ich dann in einer Anzeige im “Metal Hammer“-Magazin über das Starter-Set.

Das war des Rätsels Lösung, denn:

Gitarre + Verstärker + Lehrbuch = Rockstar !!!

Und wieder ein kleines Vermögen, also:

Alte Gitarre verkaufen, jobben in einer Druckerei und Zeitungen austragen um mir das Starter-Set kaufen zu können.

Meine zweite Chance kam diesmal per Post:Eine nagelneue, weiße “Stratocaster“-Kopie für 325,- DM.

Jetzt konnte es endlich losgehen!

Gitarren-Guru Peter Bursch’s Lehrbuch
“Heavy Metal-Guitar 1“ machte es möglich, und:

Fleiß + Ehrgeiz + Geduld = Welcome to the show !!!

Ich probte täglich vier Stunden die Songs meiner Lieblingsbands KISS, Iron Maiden und Metallica.

Meine Umwelt hatte es nicht leicht…

Einige Monate später… das übliche Gitarreninferno…

und meine Mutter hatte genug!

Sie stürmte in mein Zimmer und schrie:

“Mach’ die Schallplatte aus!“

Da wusste ich:

“Hey, das war nicht die Schallplatte, das war ich!

Ich hatte es geschafft..

No Klaez

1989 entstand meine erste Band

1989: Die erste Band…

…nannte sich „No Kläz“, was soviel bedeuten sollte wie „keine Klasse“.

Sollte heißen, man wollte in keine musikalische Schublade!

Schriftzug und Schreibweise „borgte“ man sich von der Heavy-Metal-Band „Motörhead“:

Entstanden aus einer Party-Sauf-Band mit exotischen deutschen Texten, die eher darauf abzielten es ihren Schullehrern heimzuzahlen, entwickelte sie sich zu einer guten Hard ’n Heavy Band, die ihre ersten Erfolge in lokalen Jugendzentren feierte.

Der Schlagzeuger Ralf Vent, ein Freund von mir, wohnte ein paar Blocks weiter und war wie ich ein absoluter KISS-Fan

Er versorgte mich ständig mit Demos seiner Band und so landete ich 1989 auf einem  Konzert von „No Kläz“ –
mein Allererstes!…

Es war eine Offenbarung!!!

Ich stand inmitten von Gleichgesinnten langhaarigen Heavy-Metal-Fans, schrie mir die Seele aus dem Leib und brach mir beim sogenannten „Stagediving“ fast die Knochen.

Jetzt wusste ich was ich wollte: I wanna rock!!!

Einige Zeit später erfuhr ich, dass „No Kläz“ einen neuen Gitarristen suchten – meine Chance!

Ich landete bei einem Band-Meeting und schrabbelte ihnen ihre Songs vor – so gut es ging…

Sie sahen sich an und ihre Anwort lautete: „Na dann rocken wir ja in Zukunft zusammen ab!“

Die Freude und der Stolz in einer richtigen Band zu spielen waren jedoch nur von kurzer Dauer, denn das Schicksal der Band stand unter keinem guten Stern:

Zuerst verließ der Bassist die Truppe, ihm folgte „Mosh“, der beliebte Frontmann und Sänger!

Wir schlugen uns eine Weile ohne Sänger durch, casteten den einen oder anderen Musiker, aber keiner wollte bei uns bleiben! Notgedrungen wagte ich mich bei einer Jamsession ans Mikro..

Und den Jungs gefiel’s! Jetzt sollte ich also auch noch singen…

Zeitgleich fanden wir einen Bassisten, und so bestand das Line-up von „No Kläz“ 1990 aus:

Michael Wolff (Bass)

Ralf Vent (Drums)

Wolfgang Thorwächter (Lead Guitar)

Gerd Bergheim (Keyboard)

und meiner einer (Guitar …and Vocals?!)

Wir spielten eigene Songs gemischt mit Rock-Cover Songs von „Iron Maiden“, „W.A.S.P.“ und „Led Zeppelin“.

Wie gut oder schlecht wir waren erfuhren wir bei unserem ersten Auftritt:

Ein Talentwettbewerb in der Eschweiler Disco „Oktagon“ (heutiges „Klejbor’s“)!!!

Wir belegten den vorletzten Platz(!)

Letzter wurde ein Dieter Bohlen-Imitator(!!!)

Jedoch spielten wir als einzige Band Live und ließen es ordentlich dröhnen!

(Und ein Bandmitglied musste ja unbedingt die weibliche Jury „angraben“!?)

An dieser Stelle ein liebes Dankeschön an die gute Frau Vent, die unsere Band managte und der wir viel zu verdanken hatten.

Sie tat was sie konnte…

Unser zweiter Auftritt fand 1991 in einem Jugendzentrum in Stolberg/Münsterbusch statt.

Diesmal hatten wir es leicht, denn das Publikum bestand zum größten Teil aus unseren Freunden, die wir mit einer guten Show zu begeistern wussten!

Während dieser Zeit fand ich heraus, dass mein musikalisches Können und meine gesanglichen Fähigkeiten noch lange nicht das waren, was ich wollte – da fehlte noch etwas…

Aber nach der ersten Liebe mit Herzschmerz und Liebeskummer schrieb ich mit 16 Jahren meinen ersten Song: „Dany“.

Und es passierte etwas Neues:

Das war meine eigene Musik und in ihr steckten jetzt
meine eigenen Gefühle!

Was auch meinem Gesang zu Gute kam!

…das meint also der Profi wenn er von „Feeling“ spricht!

Leider endeten meine ersten Lehrjahre in einer Band so plötzlich wie sie begonnen hatten:

No Kläz“ löste sich 1992 auf wegen „Keine Lust mehr!“.

Mit dem Drummer Ralf Vent bin ich jedoch bis heute befreundet – typisch KISS-Fans!

Los Meles

1993 war ein unruhiges Jahr

1993: War ein unruhiges Jahr…

Nach der Lehre erstmal arbeitslos, und da hat man ja bekanntlich jede Menge Zeit…

Die wollte ich sinnvoll nutzen!

Nach einem Gastspiel bei der Gütersloher Independent Wave-Band „Shadow Play“ und endlosen Sessions mit Musikerfreunden suchte ich etwas Neues.

Eines schönen Tages vermachte mir mein bester Freund Christian Stenzel seinen E-Bass mit den Worten:

„Ich glaub Du kannst bestimmt mehr damit anfangen als ich!“.

Ich sah es als ein „Zeichen“ und fing mit dem Bass spielen an!

Steve Harris Iron Maiden

Geezer Butler Black Sabbath

Cliff Burton Metallica

Nach ein paar Monaten traf ich meinen alten Bandkumpel Ralf Vent aus „No Kläz“-Tagen.

Er arbeitete gerade zusammen mit seinem Freund, dem Gitarristen und Sänger Miodrag „Miki“ Stefanovic, an einem neuen Projekt irgendwo im Bereich „Melodic Death Metal“, und sie suchten einen Bassisten.

„Naja, ich kann’s ja mal versuchen“ dachte ich, doch nach einigen Proben mußte ich feststellen, dass mir ihre Musik doch einen Tick zu schnell war.

Bei einer Probe testeten sie einen zweiten Gitarristen: Joaquin Hurtado Carrasco, genannt „Aki“, ein exzellenter Gitarrist und wie es der Zufall mal wieder wollte, ein KISS-Fan!

So nutzten wir die Pausen um gemeinsam mit Ralf KISS-Songs zu jammen!

Sehr zum Nachteil für Miki’s Musik, denn das passte alles nicht zusammen…

Aki überzeugt mich bei seiner Band „Los Meles“ einzusteigen.

Miki und Ralf gründeten etwas später die Band „Beautiful Darkness“

„Los Meles“ ist eine spanische Coverband, die jedoch auch eigene Songs in ihrem Repertoire haben.

Sie bestand 1994 aus den Geschwistern:

Joaquin „Aki“ Hurtado – Gitarre/Gesang,

José Adolfo „Adi“ Hurtado – Gitarre/Gesang,

Maria „Yoli“ Yolanda Hurtado – Gesang

(später stieß auch Nesthäkchen Gema Hurtado – Gesang dazu)

Sowie den Musikern:

Gabriel Diaz – Percussion/Gesang (bis 1995/96),

Thorsten Büter – Schlagzeug,

und meiner einer – Bass

Jetzt spielte ich also mit „Los Meles“ [„Die Langhaarigen“] spanische Musik!

Durch meine Urlaubsreisen zum spanischen Teil meiner Familie war mir diese Musik sehr vertraut.

Am meisten hat mich die Musik von „Los Chichos“, spanischer Flamenco-Pop aus den 70ern, geprägt – was mir nun als Bassist zugute kam.

Damals spielten „Los Meles“ einen Mix aus Songs der „Gipsy Kings“, traditionellen spanischen Klassikern und auch Songs der ach so gehassten „Kelly Family“.

Aber den Leuten gefiel’s und wir hatten Spass!

Zum ersten Mal in meiner Zeit als Musiker verdiente ich jetzt Geld mit unseren Auftritten – und ich war unterwegs:

Köln – Münster – Frankfurt – Bremerhaven – und viele Gigs in unserer Umgebung.

Es war eine coole Zeit!

Doch nach etlichen Auftritten auf Stadtfesten, Betriebsfeiern und Privatpartys entstand irgendwann wieder der Wunsch nach Eigenständigkeit…

Ich wollte wieder singen, Gitarre spielen, eigene Songs schreiben und vor allem: ABROCKEN!

Thorsten, der Schlagzeuger, war derselben Meinung.

Und so trennten wir uns 1995 in Freundschaft von „Los Meles“ um eigene Wege zu gehen…

Trotzdem springe ich bis heute immer wieder gerne als Aushilfs-Bassist bei meinen Freunden von „Los Meles“ ein.

Face Off

1989 entstand meine erste Band

1995: eigene Wege…

Nach dem Ausstieg bei „Los Meles“ gründete ich mit Schlagzeuger Thorsten Büter eine Band um endlich wieder eigene Songs zu spielen, denn vom Covern hatten wir vorerst genug.

Wir wussten weder wie die Besetzung dieser Band aussehen sollte, noch wie sie heißen sollte und einen Proberaum hatten wir auch nicht!
Es gab also viel zu tun…

Zufälligerweise traf ich eines Tages den ehemaligen Gitarristen von

„No Kläz“, Wolfang „Wolle“ Thorwächter, der sich uns anschließen wollte.

Etwa zur gleichen Zeit fanden wir auch einen geeigneten Proberraum in

Aachen und so konnte es endlich losgehen!

Neben meinen älteren Kompositionen wie „Dany“ feilten wir dreimal pro Woche bis zu acht Stunden an neuen, eigenen Songs.

Dabei wurden wir von verschiedenen Bands wie „Kiss“, „Black Sabbath“, „Monster Magnet“, „Iron Maiden“ und „Kyuss“ inspiriert.

Nach anfänglicher Euphorie gab es 1996 die ersten Probleme in unserer neuen Band:

Trotz intensiver Suche (und Testproben mit einigen Bewerber/innen) wollte sich kein fähiger Bassist finden lassen.

Auch mit unserm Leadgitarristen Wolle klappte es nicht mehr, denn er war zu sehr mit seinen eigenen, privaten Problemen beschäftigt, was sich negativ auf die gesamte Band auswirkte.

Nach langem hin und her beschlossen Thorsten und ich, uns von Wolle zu trennen und wir zogen um in einen neuen Proberraum nach Würselen.

Den Job des Leadgitarristen besetzten wir mit Juan Garcia, einem sehr guten Gitarristen und Freund aus „Los Meles“ Tagen.

Ihm hatten wir auch unseren Bassisten Sascha Heinen zu verdanken, den er uns 1997 bei einem Workshop des Bass-Virtuosen Adrian Maruszczyk vorstellte.

Wir verstanden uns auf Anhieb und es konnte endlich weiter gehen…

Während dieser Zeit entstanden viele Grundideen späterer „Face Off“-Songs wie
„Dead end“ und „Venus“ sowie eine Menge unveröffentlichtem Material.
Wir stellten jedoch bald fest, dass in unserer Musik der sogennante „rote Faden“, ein Wiedererkennungswert im Sound der

Band, fehlte denn wir spielten alles mögliche – Querbeet von Reggae über Funk bis hin zu Metal:

Das passte alles nicht wirklich gut zusammen!

Um dem entgegen zu wirken beschlossen wir, noch häufiger zu proben und uns von einigen Songs zu trennen.

Leider mussten wir uns dabei auch von unserem Freund und Gitarristen Juan trennen, da er aus beruflichen Gründen einfach nicht mehr Zeit in die Band investieren konnte.
Wir machten nun als Trio weiter…

Das hatte den Vorteil, dass eine solche Besetzung sehr flexibel ist.

Mit neuem Elan bastelten wir weiter an neuen Songs und an unserem Sound, der allmählich konkreter wurde:

Mit „Within“, „Restless“ und „You“ kamen weitere neue Werke hinzu.

Wir produzierten ein selbst aufgenommes Demo-Tape und weil wir uns mit unserer Musikrichtung nicht endgültig festlegen wollten, nannten wir uns „Face Off“ – Gesicht weg im Sinne von gesichtslos.

Da unser Bassist Sascha in Sachen Live-Auftritte noch keinerlei Erfahrung hatte, beschlossen wir 1998 als Unplugged-Coverband ein paar Gigs zu absolvieren, um ihn damit vertraut zu machen.

Wir spielten einfach unsere Lieblingssongs, ähnlich wie bei meinem heutigen Cover-Programm.

1999 sollte es dann endlich ernst werden:

Wir fuhren mit Sack und Pack zum „Rock am Ring“-Festival am

Nürburgring und spielten dort am Straßenrand, damit uns jeder sehen

konnte der zum eigentlichen Konzert unterwegs war.

So konnten wir sicher sein, dass wir immer genug Publikum hatten, denn

das kam mehr als gut bei den Leuten an und so gab es viele Schaulustige.

Wir hatten Spaß und Party ohne Ende, so dass wir unsere „Rock neben dem Ring“-Show
auch 2000 und 2001 mit Erfolg wiederholten.

Wir hatten unsere Feuertaufe bestanden und wussten, dass wir bereit waren…

Neben unserer Musik, die aus bodenständigen Grooves, eingängigen Melodien und klaren Worten bestand, hatten wir auch eine gute Show zu bieten die das Publikum unterhielt.

Um uns von anderen Bands abzugrenzen und nicht in eine Schublade gesteckt zu werden, nannten wir unsere Musik ganz einfach „Boost Rock“!

1999 spielten wir mit großem Erfolg unsere ersten Auftritte…

2000 wurde unser wichtigstes Jahr.

Dank unserer Auftritte, die beim Publikum große Beachtung fanden, wurde auch die Lokalpresse auf uns aufmerksam und schrieb zahlreiche positive Kritiken (siehe auch unter „Presse“), und auch bei lokalen Radiosendern waren wir zu Gast:

Wir waren gefragter denn je und benötigten nun jemanden, der sich um unsere organisatorischen Belange kümmerte.

Diese Aufgabe wurde Manu Lopez zuteil, der von nun an unser Management übernahm: Ihm haben wir viel zu verdanken…

Wir konnten uns wieder voll und ganz auf unsere Musik konzentrieren!

Durch einen Zufall traf ich einen bekannten Musikerkollegen, den Posaunisten Markus Plum, aus der Band „Final Virus“ des bekannten Stolberger Bassisten Peter Sonntag.

Dieser hörte sich unser altes Demo an und war überzeugt von unserer Musik.

Wir beschlossen, unsere erste CD im Studio von Peter Sonntag in Aachen aufzunehmen, denn das Interesse an einer CD wurde mit jedem Auftritt größer.

Wir hatten uns mittlerweile einen Namen gemacht und uns in die Herzen vieler Fans gespielt, nun war es an der Zeit unsere Musik unter die Leute zu bringen.
Die Aufnahmen waren ziemlich anstrengend und es gab viele Diskussionen.

Da wir zu dieser Zeit alle auch noch unseren normalen Berufen nachgingen hieß es jeden Tag:

Arbeiten, Aufnehmen, Schlafen und wieder von vorn, das Ganze über einen Monat lang.

Dazwischen musste ich noch den ein oder anderen Text schreiben, da für die ausgewählten Songs noch nicht alle fertig waren und ich sie bei Live-Konzerten immer improvisiert hatte.

Unsere erste CD nannten wir „Face yourself“ und sie wurde 2001 fertiggestellt.

Den Titel wählten wir, weil sich jeder Mensch mit den Themen der Songs auf dem Album identifizieren konnte:

Es ging um Freundschaft, Arbeit, Ängste, Liebe, Träume usw.

Wir waren sehr stolz auf unser Werk und konnten es kaum erwarten, es endlich unserem Publikum zu präsentieren:

Im März 2001 stellten wir es bei unserer CD-Release Party in der Rockfabrik in Übach-Palenberg vor und die Resonanz war beachtlich, es war eine Wahnsinns-Show…

Leider zeichneten sich mittlerweile persönliche Differenzen innerhalb der Band ab und so kam es, dass unser Schlagzeuger Thorsten im Sommer 2001 die Band verließ.

Es gelang uns aber, recht schnell einen geeigneten Ersatz zu finden:

Gabor Franyo war ein Freund von „No Kläz“ Schlagzeuger Ralf Vent und er zeigte großes Interesse an unserer Musik, die er mit viel Engagement zu bereichern versuchte.

Unglücklicherweise kam es nur zu einem einzigen Auftritt mit Gabor bei einem Festival in Hameln, bei dem wir sogar der Hauptact (Headliner) waren!

Nach all den Streitigkeiten und der Energie die ich investiert hatte, war ich an einen Punkt angelangt, wo mir einfach die Kraft fehlte weiter zu machen.

Ich fühlte mich leer und ausgebrannt und brauchte eine Pause…

Calavera

2001: Ein neuer Anfang

Nach meinem Höhenflug, den ich mit „Face Off“ erlebte, fiel ich tief…

Ich machte die Erfahrung, wie es ist so ziemlich alles zu verlieren was für mich von Bedeutung war:

Ich stand nun ohne Band da, wurde dann auch noch arbeitslos, durchlebte die Trennung von meiner damaligen Freundin,
und zu allem Übel beschloß meine Familie in absehbarer Zeit nach Spanien auszuwandern!

Jetzt war ich auf mich allein gestellt und mußte wieder ganz von vorne anfangen…

Ich kratzte mein letztes Geld zusammen und kaufte mir davon mein erstes Schlagzeug, ein Aufnahmegerät, einen neuen Bass und eine Akustik-Gitarre.

In Weisweiler fand ich einen geeigneten Proberaum,

den ich noch gemeinsam mit meinem Vater renovierte.

Dort verbrachte ich die nächsten Monate, in denen ich meiner

musikalischen Kreativität freien Lauf ließ.

Während dieser Zeit war Sabine, meine spätere Lebensgefährtin und Mutter meines Sohnes, meine „gute Fee“:

Sie unterstützte mich finanziell bei weiteren Anschaffungen, wie zum Beispiel einem Keyboard und einer Bassanlage.

Nun konnte ich in verschiedenen Richtungen experimentieren:

Ich brachte mir selbst das Schlagzeugspielen bei und versuchte mich am Keyboard, wobei wieder viele neue Ideen für eigene Songs entstanden.

In dieser kreativen Phase legte ich auch den Grundstein für mein späteres Solo-Cover-Programm, indem ich meine Lieblingslieder nur mit einer Akustikgitarre nachspielte.

Doch letztendlich entschied ich mich vorerst für den Bass, und beschloß als Bassist bei einer gut gebuchten Coverband anzuheuern um wieder unter Leute zu kommen und auch etwas Geld zu verdienen.

Über eine Zeitungsannonce kam ich an eine Band, die sich angelehnt an den Namen ihrer Sängerin „Calavera“ nannte.

Sie luden mich zu einer Probe ein und ihre Musik gefiel mir.

„Calavera“ bestand 2003 aus:

Vera Marx – Gesang

Volker Marx – Gitarre

Friedel Gier – Gitarre

Dieter Gier – Keyboard/Gitarre/Gesang

Norbert Schmitz – Gesang

Valerie Bernard – Gesang

und Erwin Printz – Schlagzeug

Sie spielten Stücke von „Alanis Morissette“, „BAP“, „Alannah Miles“ und „Lenny Kravitz“.

Ich konnte mich als Bassist gut einbringen,

wir hatten ein paar gute Auftritte,

und es war ein gutes Gefühl wieder vor Publikum zu spielen.

Aber bei einer Gruppe ist es oft wie bei einer Familie,

es ist schwer alle Mitglieder zusammen zu halten:

Und so kam es, dass 2004 für Vera und Volker die Zeit gekommen war getrennte Wege zu gehen,
als Paar und auch als Musiker…

Das war somit das Ende für „Calavera“.

Norbert Schmitz, der unter anderem schon vorher Sänger bei Bands wie „Six, four and more“ war,
gründete mit seinem Musikerkollegen Helmut Güldenbergt das Duo „Black & White“.

Volker Marx wurde der Leadgitarrist bei der erfolgreichen Aachener Coverband „The Wheels“.

Vera Marx und Friedel Gier zogen sich ins Privatleben zurück,

und der Rest von „Calavera“ sollte für meinen weiteren musikalischen Werdegang noch eine wichtige Rolle spielen…

Carlos and Friends

2004: Die Wechseljahre

2003, während meiner Zeit als Bassist in der Cover-Band „Calavera“,

begann ich hin und wieder solo, nur mit meiner Akustikgitarre „bewaffnet“,

auf Partys und in kleinen Kneipen zu spielen.

Ich spielte einfach meine Lieblingssongs denn ich hatte wieder Lust zu

singen, was mir beim Bass-spielen jedoch eher schwer fällt.

Bei einigen Auftritten begleiteten mich meine Freunde Thorsten Büter, Schlagzeuger aus „Face Off“-Zeiten, und Erwin Printz, der Schlagzeuger von „Calavera“, der dann den Bass bediente.

Um es unkompliziert zu halten nannte ich dieses Projekt ganz einfach „Carlos & Friends“ – denn wir spielten die gleichen Songs, die ich auch unter meinem Namen als Solist spielte.

Die Anfragen für Auftritte stiegen, und nach einigen Monaten hatte ich bereits bei vielen Events in der Umgebung gespielt.

So ergab es sich, dass ich nach der Auflösung von „Calavera“ 2004, den Keyboarder/Gitarristen Dieter Gier und seine Partnerin, die Sängerin Valerie Bernard, davon überzeugen konnte sich unserem Projekt anzuschließen.

In dieser ersten Besetzung spielten wir zahlreiche Auftritte, u.a. im Freizeitbad Aquana in Würselen und auch beim Öcher Bend.

Unser Schlagzeuger Thorsten, der nie wirklich ein Freund von Cover-Musik war,
verließ die Band Ende 2005 um wieder eigene Musik zu machen.

Seinen Platz übernahm Anfang 2006 kurzerhand unser Bassist Erwin, der ja eigentlich immer schon Schlagzeuger war.

Aus früheren Jam-Sessions mit befreundeten Musikern kannte ich einen guten Bassisten, Manfred „Manni“ Hutmacher, den ich für die Band gewinnen konnte.

Diese Besetzung war bis 2007 sehr erfolgreich.

Dann erfolgte ein erneuter Besetzungswechsel: Schlagzeuger Erwin mußte aus zeitlichen Gründen „seinen Dienst quittieren“.

Die Suche nach einem geeigneten Ersatz erwies sich als schwierig und blieb vorerst ergebnislos.

Trotz einiger Proben mit interessierten Musikern konnten wir keinen passenden Schlagzeuger finden.

Aus Verzweiflung rief ich meinen Freund Gabor Franyo an, der bereits bei „Face Off“ mein Rettungsanker war.

Zu meinem Erstaunen sagte er sofort zu!

Ich hatte ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass er großes Interesse haben würde in einer Cover-Band zu spielen.

Erneut stellte Gabor seine Flexibilität und sein Engagement unter Beweis.

Er gab sich die größte Mühe und die Band konnte recht bald wieder Auftritte annehmen.

2008 kam dann auch für Manni der Zeitpunkt zu gehen um sich anderen privaten Projekten zu widmen.

Uns war allen klar, dass seine Lücke nur sehr schwer zu füllen sein würde, denn gute Bassisten sind wirklich schwer zu finden.

Zum Glück brachte ein Vorschlag von unserem Keyboarder Dieter die ersehnte Rettung: Dieter Erhardt, ein exzellenter Musiker, der auch menschlich sehr gut zu uns passte.

Er schaffte es die Lücke zu füllen und so konnte es weiter gehen!
Durch die ständigen Besetzungswechsel war die Band oft gezwungen über Jahre hinweg das gleiche Programm zu spielen,

da jeder neue Musiker immer erst den Stamm des Programms einüben musste, bevor wieder neue Songs geprobt werden konnten…

Dies war für uns alle ermüdend und es machte sich auch beim Publikum bemerkbar: es wurde zunehmend schwieriger, gut bezahlte Auftritte für die Band zu bekommen.

Mittlerweile war ich als Solist schon so gefragt, dass ich über Monate im Voraus ausgebucht war und somit noch weniger Termine für die Band annehmen konnte.

Es erschien mir weder fair noch logisch in einer Band zu spielen, die Zeit und Geld in ihr Hobby investiert, und die meinetwegen immer seltener dazu kam live zu spielen.

Wie der Bandname „Carlos & Friends“ schon sagt, sind wir alle miteinander befreundet, und so suchte ich Anfang 2009 das Gespräch mit jedem einzelnen Bandmitglied um mit offenen Karten zu spielen und mich „selbstständig“ zu machen…

Ich wünsche meinen „Friends“ Valerie, Gabor und „the Dieters“ das Allerbeste und bedanke mich für die gute Zeit!

Carlos Heute

2009: Schwere Entscheidungen

…waren zum einen mich von meiner Cover-Band „Carlos & Friends“ zu trennen um musikalisch neue Wege zu gehen, und zum anderen auch beruflich endlich meinen Weg zu finden.

In diesem Jahr befand ich mich in einem beruflichen Rehabilitationsprogramm der ARGE, weil ich meine Job-Experimente vom Bauhelfer über UPS-Fahrer bis hin zum Müllmann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte.

Seit meinem Eintritt ins Berufsleben 1990 fühlte ich mich gezwungen die Erwartungen meiner Familie sowie der Gesellschaft zu erfüllen, obwohl ich schon seit frühester Kindheit nur von einem Wunsch beseelt war: Musiker, bzw. Rockstar zu werden!

Letzteres hatte ich ja bereits mit meiner Band „Face Off“ ausgelebt und wäre dabei fast zugrunde gegangen…

Nun war es an der Zeit Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für mein Leben, sondern auch für das meines Sohnes Sabino, der 2007 zur Welt kam.

Ich war auf dem besten Wege ein ernst zu nehmender Musiker zu werden, der nun auch von seiner Musik leben kann.

Im Sommer 2009 tat sich eine weitere Chance auf: Franz Kaulen, ein guter Freund, meldete mich ohne mein Wissen beim „härtesten Talentwettbewerb Deutschlands“ an, der „Linus’ Talentprobe“.

Anfänglich war ich wenig begeistert als ich per Email davon erfuhr…

Doch nach einigen Überlegungen und dem Zuspruch von Freunden und Fans, änderte ich meine Meinung und wagte den Versuch!

Nach einem erfolgreichen Casting ging es am 14. August in eine der Open-Air-Shows zum Tanzbrunnen nach Köln.

Ich rockte mir vor ca. 7000 Zuschauern die Seele aus dem Leib und kam tatsächlich ins Finale des Wettbewerbs am 28. November!

Mit dieser guten Nachricht im Gepäck kehrte ich in meine Heimatstadt Stolberg zurück, fest entschlossen das Finale der „Linus’ Talentprobe“ zu gewinnen!

Von nun an konnte ich mich vor lauter Auftrittsanfragen kaum noch retten…

Zu dieser Zeit bat ich meine Freundin Melanie Esser meine Organisation (Management) zu übernehmen.

Sie ist mir seitdem bei sehr vielen Dingen wie meiner Terminkoordination, Layouts für Plakate/Flyer, sowie dem gesamten „Papierkram“ (Verträge, Rechnungen, Buchhaltung, etc.) behilflich.

Sie koordinierte auch den gesamten Ticketverkauf und die Busorganisation z1ur Fahrt zum Linus’ Finale am 28. Nov. 2009:

Das Ergebnis war, dass ich mit der Unterstützung von 350 mitgereisten „Fans & Friends“ in 5(!) Reisebussen das Finale gewann!

Dieser Abend war nicht nur mein Sieg, sondern auch ein Sieg meiner Fans, die mit ihrer Präsenz und unglaublichen Lautstärke das restliche Publikum und die anderen Kandidaten das Fürchten lehrten!

Danach brach ein regelrechter Hype aus, und es kamen noch mehr Anfragen für Auftritte hinzu.

Ich bedankte mich im März 2010 bei meinen vielen treuen Fans mit meiner „Fiesta del Carlos!

Einem Event, das ich als geplante jährliche Veranstaltung ins Lebengerufen habe um den Leuten in der Region immer wieder etwas Besonderes zu bieten.

Mittlerweile war mein Bekanntheitsgrad in der Region so groß geworden, dass ich nun den Mut fassen konnte den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, und endlich meinen Traum zu erfüllen:

ein Leben als Musiker zu leben!

Nachdem alle Hürden mit der ARGE, dem Finanzamt, sowie den Künstlersozialkasse genommen waren, war ich nach langer Odysee endlich ans Ziel gelangt:

An den Wochenenden spiele ich bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen:

Von Biker-Partys über Geburtstagsfeiern, Betriebsfeste, Hochzeiten bis hin zu Stadtfesten in ganz Deutschland; „on the road“ mit meinem Wohnmobil, einem lang gehegten Wunsch, den ich mir nun auch erfüllen konnte!

Es ist ein schönes Gefühl, auf eigenen Beinen zu stehen und durch die Musik, Land und Leute kennenzulernen…

An zwei Tagen in der Woche gebe ich zudem noch Gitarrenunterricht für Anfänger in meiner „School of Rock“:

Ich möchte mit meinem Unterricht meinen Schülern dazu verhelfen, mit einfachen Tipps & Tricks einen leichten Einstieg in die Musik zu finden und ihnen in jeglicher Hinsicht mit Rat und Tat zur Seite stehen; ihnen also das bieten, was mir damals fehlte, und ich mir alleine, mit viel Zeit und Mühe, hart erarbeiten musste.

Denn ich bin dankbar endlich das tun zu können,

was ich am besten kann und was ich schon immer tun wollte:

MUSIK MACHEN!

NACHRICHT SENDEN

Sende mir eine Nachricht oder Buchungsanfrage direkt per Mail.